Der Logistik-IT-Vertrag

Was ist ein Logistik-IT-Vertrag?

IT-Dienstleister werden für Logistiker zunehmend wichtiger. Hierzu trägt auch zu einem großen Teil  die fortschreitende Digitalisierung („Logistik 4.0“) bei.

Doch fangen wir von vorne an! Was ist überhaupt ein Logistik-IT-Vertrag, was sind die wesentlichen Inhalte und weshalb ist er so wichtig?

Nehmen wir an, Sie möchten eine neue Lagersoftware einführen oder eventuell die Anpassung (z. B. Verbesserung, Update, Änderung) Ihrer bestehenden Software – während des fortlaufenden Logistikbetriebs – durchführen. Hierüber schließen Sie dann einen Logistik-IT-Vertrag mit dem IT-Dienstleister. Das ist sicherlich keine neue Erkenntnis für Sie. Also kommen wir zum Eingemachten.

Der finanzielle und zeitliche Rahmen eines IT-Projektes

Selbstverständlich ist es wichtig, die gewünschten IT-Leistungen zu. Wie Sie aber eventuell bereits am eigenen Leibe erfahren mussten, wird oftmals der finanzielle und zeitliche Rahmen eines IT-Projektes gesprengt. Deshalb ist es ebenfalls wichtig, die erforderlichen rechtlichen Regelungen im Blick zu behalten. Schließlich möchten Sie ja Ihre gewünschten IT-Leistungen nicht um jeden Preis und auch nicht erst in einigen Jahren…

Das Lasten- und/oder Pflichtenheft

Bei der Erstellung vom Lasten- und/oder Pflichtenheft wird von den Parteien viel Aufwand und Mühe investiert. Für gewöhnlich werden hier vertragliche Regelungen zur Detaillierung der vom Logistiker (auf Auftraggeber- oder Auftragnehmerseite) gewünschten Leistung festgehalten. Und hier steckt auch oftmals der Teufel im Detail! Um die gewünschte Leistung detailliert beschreiben zu können, wird sich des „IT- Fachchinesisch“ bedient. Dies führt jedoch regelmäßig dazu, dass für „Nicht-ITler“ unklar bleibt, was tatsächlich vereinbart wurde. Erschwerend dazu kommt, dass sich überwiegend passiver Formulierungen bedient wird und somit unklar ist, wer die umfangreich beschriebene Leistung erbringen soll. Als Beispiel: „Mitarbeiter müssen geschult werden.“ Ist dies ein Hinweis an den Logistiker oder eine Pflicht des IT-Dienstleisters? Vermeiden Sie deshalb das Passiv und verwenden stattdessen das Aktiv bei der Formulierung der Regelungen.

Festlegung bindender Leistungszeiten

Zu den weiteren wesentlichen und für einen Logistik-IT-Vertrag ganz speziellen rechtlichen Regelungen gehört insbesondere die Festlegung bindender Leistungszeiten sowie die Messbarkeit der erbrachten Leistung.

Entwicklungen oder Änderungen während des Logistik-IT-Projekts

Die Parteien müssen sich ebenfalls darüber einigen, wie neue Entwicklungen oder Änderungen während des Projekts behandelt werden sollen: wann handelt es sich um neue Leistungen und wann lediglich um andere Lösungswege? Können zusätzliche Leistungen verlangt werden? Müssen zusätzliche Leistungen vergütet werden und wenn ja, in welcher Höhe? Wie wird mit Verzögerungen umgegangen?

Kündigung bzw. Konfliktlösungsklausel

Sinnvoll sind auch eher allgemeine rechtliche Regelungen, wie etwa Vereinbarungen zur Kündigung bzw. einer Konfliktlösungsklausel oder die Vereinbarung einer salvatorischen Klausel.

Logistik 4.0

Durch die Logistik 4.0 gewinnen wir innovative IT- und Techniklösungen. Diese Innovationen erfordern jedoch auch eine Anpassung der Logistik-IT-Verträge. Denn die Einführung solcher modernster Technologien erfordert u. a. optimierte Vertragslösungen, um die Ziele des IT-Auftraggebers erreichen zu können.

All dies lässt sich nur schwer in einem Standard-Vertrag abbilden, sondern sollte individuell an die konkreten Besonderheiten eines jeden Logistik-IT-Projektes angepasst werden.